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Ich bin Prof. Dr. Martin Smollich.
Seit über 20 Jahren beschäftigt mich als Wissenschaftler die zentrale Frage: Wie lässt sich Ernährung so nutzen, dass sie die individuelle Gesundheit und Leistungsfähigkeit bestmöglich fördert – und warum scheitert die Umsetzung im Alltag so oft? Hier erfahren Sie, wie ich zur Ernährungsmedizin gekommen bin und was mich bei meiner täglichen Arbeit antreibt.
Mein Weg in die Ernährungsmedizin
Schon als Kind wollte ich Forscher werden – neue Dinge entdecken und mit Wissenschaft dazu beitragen, Krankheiten besser zu verstehen, zu behandeln oder zu verhindern. Ich studierte Biologie und Pharmazie und begann meine wissenschaftliche Laufbahn in der experimentellen Onkologie. In meiner Doktorarbeit beschäftigte ich mich mit neuen Wirkstoffen für die Brustkrebstherapie.
Auf dem Weg ins Labor kam ich jeden Morgen an der Ambulanz vorbei, in der Patientinnen auf ihre Chemotherapie warteten. Diese Begegnungen haben meinen Blick auf medizinische Forschung geprägt – und irgendwann eine Frage aufgeworfen, die meinen weiteren Weg bestimmen sollte: So wichtig bessere Therapien sind – können wir nicht viel früher ansetzen, bevor Krankheit überhaupt entsteht?
Damit begann für mich der Weg in die Ernährungsmedizin. Denn Ernährung gehört zu den wichtigsten beeinflussbaren Faktoren für Gesundheit und Krankheitsrisiken. Viele chronische Erkrankungen entwickeln sich über Jahre oder Jahrzehnte, lange bevor sie klinisch sichtbar werden.
Genau darin liegt für mich eine der großen Chancen der Ernährungsmedizin: nicht erst Krankheit zu behandeln, sondern Gesundheit möglichst lange zu erhalten. Gute medizinische Therapie bleibt unverzichtbar. Aber ebenso wichtig ist es, das enorme Potenzial wirksamer Prävention konsequent zu nutzen.
Erfahrung in Klinik und Forschung
Nach meiner Promotion in Pharmakologie und Toxikologie wechselte ich zunächst von der Forschung in die unmittelbare Patientenversorgung. Als Ressortleiter für Klinische Pharmazie an einem akademischen Lehrkrankenhaus sammelte ich über viele Jahre klinische Erfahrung. Diese Zeit hat meinen Blick auf Ernährungsmedizin entscheidend geprägt: Am Krankenbett wird unmittelbar sichtbar, welchen Einfluss Ernährung, Nährstoffversorgung und Arzneimitteltherapie auf Gesundheit und Krankheitsverlauf haben können.
2013 folgte ich dem Ruf auf eine Professur für Klinische Pharmakologie und Pharmakonutrition und übernahm die Leitung des ersten ernährungsmedizinischen Studiengangs in Deutschland. Seit 2018 leite ich die Arbeitsgruppe Pharmakonutrition am Institut für Ernährungsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Lübeck.
Pharmakonutrition verbindet Arzneimittel- und Ernährungstherapie. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Medikamente, Ernährung und einzelne Nährstoffe gegenseitig beeinflussen – und wie sich diese Wechselwirkungen gezielt für Prävention und Therapie nutzen lassen.
Mein wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf klinischer Forschung in der Ernährungsmedizin. Gemeinsam mit meinem Team untersuche ich, wie Ernährungsformen, Lebensmittel und Nährstoffe Gesundheit, Stoffwechsel und medizinische Therapien beeinflussen. Dazu gehören unter anderem Studien zur Ernährung in der Onkologie, zu Wechselwirkungen zwischen Nahrungsergänzungsmitteln und Arzneimitteltherapien sowie zu den gesundheitlichen Effekten funktioneller Lebensmittel.
Hochschullehre ist für mich ein zentraler Teil wissenschaftlicher Arbeit: Wissen weiterzugeben, kritisches Denken zu fördern und die nächste Generation für evidenzbasiertes Arbeiten zu begeistern, treibt mich bis heute an.
An der Universität zu Lübeck lehre ich vor allem Ernährungsmedizin, Ernährungstoxikologie und Pharmakonutrition. An der Technischen Hochschule Lübeck unterrichte ich zudem Ökotrophologie und Umweltchemie mit dem Schwerpunkt auf Schadstoffen in Lebensmitteln.
Darüber hinaus bringe ich meine wissenschaftliche Expertise in Fachkommissionen und Gremien ein, unter anderem in der BfR-Kommission für Ernährungsrisiken, neuartige Lebensmittel und Allergien (ERNA) sowie beim Wissenschaftlichen Institut für Prävention im Gesundheitswesen (WIPIG).
Im Mittelpunkt der Mensch
Meine wichtigste persönliche Motivation liegt in den prägenden Erfahrungen meiner Krankenhausjahre. Neben meinen akademischen Lehrern waren es die Patientinnen und Patienten, von denen ich am meisten lernen durfte. Ihre Bedürfnisse stehen mir auch in meiner wissenschaftlichen Arbeit immer vor Augen. Sie helfen dabei, niemals das Entscheidende aus dem Blick zu verlieren: Die beste wissenschaftlich fundierte Ernährungsmedizin muss immer individuell angepasst und alltagstauglich sein. Denn im Mittelpunkt jeder evidenzbasierten und zugleich empathischen Medizin stehen zwei Dinge: die Bedürfnisse und die Lebensqualität des einzelnen Menschen.
Warum Social Media?
Ernährungsmedizinische Themen betreffen den Alltag von Millionen Menschen. Gleichzeitig treffen wissenschaftliche Erkenntnisse heute auf einen unüberschaubaren Dschungel an Empfehlungen, persönlichen Erfahrungen, kommerziellen Interessen und Fehlinformationen. Gerade deshalb braucht es wissenschaftliche Stimmen, die einordnen, differenzieren und Orientierung geben.
Durch meine Forschung beschäftige ich mich kontinuierlich mit aktuellen Studien und stehe im fachlichen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen im In- und Ausland. Gleichzeitig kenne ich aus meiner klinischen Erfahrung die Perspektive von Patientinnen und Patienten. Wissenschaftliche Evidenz und medizinische Realität zusammenzubringen, prägt meinen Blick auf Ernährungsmedizin.
Meine wissenschaftliche Arbeit endet deshalb nicht bei Fachpublikationen, Vorlesungen oder dem Austausch im Expertenkreis. Wissen muss auch dort ankommen, wo Menschen Entscheidungen über ihre Gesundheit treffen: in Ihrem Alltag.
Deshalb gehört Wissenschaftskommunikation für mich zur wissenschaftlichen Arbeit. Mein Anspruch ist es, neue Studien und aktuelle Debatten fachlich einzuordnen, komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen und dabei auch Unsicherheiten und Grenzen der Evidenz transparent zu benennen.
Gerade in einer Öffentlichkeit, die zunehmend von verkürzten Botschaften, zugespitzten Schlagzeilen und Marketinginteressen geprägt ist, braucht es unabhängige und verlässliche wissenschaftliche Orientierung. Reichweite ist für mich deshalb kein Selbstzweck. Sie ermöglicht es, evidenzbasiertes Wissen über Ernährung, Prävention und Gesundheit auch außerhalb von Universität und Fachwelt zugänglich zu machen.
Wissen schafft Freiheit. Mein Ziel ist es nicht, Ihnen vorzuschreiben, wie Sie leben oder sich ernähren sollen. Ich möchte Ihnen das Wissen und die Einordnung geben, die Sie brauchen, um gut informierte Entscheidungen für Ihre eigene Gesundheit treffen zu können.
Genau darin sehe ich einen Teil meiner gesellschaftlichen Verantwortung als Wissenschaftler.
Das Team
Hinter ErnMedBlog steht ein Team, das einen gemeinsamen fachlichen Anspruch verbindet: wissenschaftliche Sorgfalt, fachliche Exzellenz und eine evidenzbasierte, verständliche und verantwortungsvolle Kommunikation zu Gesundheitsthemen. Unterschiedliche Perspektiven und Kompetenzen tragen dazu bei, diesen Anspruch in unserer täglichen Arbeit einzulösen.
Noreen Neuwirth (M. Sc.)
Noreen Neuwirth (M. Sc.) ist Ernährungswissenschaftlerin mit eigener Praxis in Frankfurt/Main. Daneben hält sie Vorträge, gibt Fortbildungen und engagiert sich für eine gesundheitsförderliche Ernährung in der Gemeinschaftsverpflegung.
Sie ist zudem seit 2020 aktiv an der Entwicklung ernährungstherapeutischer Konzepte verschiedener digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGAs) beteiligt und erfolgreiche Autorin der beiden Bücher “Großes Praxisbuch Ernährungsmedizin” und “Ernährungskunde und Diätetik”. Bei @ErnMedBlog wirkte Noreen Neuwirth zunächst am Blog mit und unterstützt den Instagram-Account seit dem ersten Beitrag inhaltlich und strategisch.
Martina Kalischuk (B. Sc.)
Martina Kalischuk (B. Sc.) stammt aus Husum und absolvierte ihren Bachelor in Ernährungswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen. In ihrer Abschlussarbeit untersuchte sie den Einfluss von Vitamin D auf die Inzidenz und Symptomatik von Depressionen. Aktuell studiert sie Nutritional Medicine an der Universität zu Lübeck, wo sie sich insbesondere mit der Schnittstelle zwischen Ernährung, Medizin und Prävention beschäftigt.
Ronja Herbold (M. A.)
Ronja Herbold (M. A.) ist Kommunikationswissenschaftlerin und Mediengestalterin mit einer Leidenschaft für gelungene Wissenschaftskommunikation. Ihr Schwerpunkt liegt darauf, komplexe wissenschaftliche Inhalte so aufzubereiten, dass sie verständlich, nahbar und zugleich fachlich fundiert vermittelt werden. Dabei verbindet sie wissenschaftliche Tiefe mit kreativem Storytelling und einem sicheren Gespür für zeitgemäße Kommunikation über die sozialen Medien. Bei @ErnMedBlog verantwortet Ronja die Video Content Creation. Sie konzipiert, filmt und bearbeitet die Videoinhalte und trägt damit dazu bei, ernährungsmedizinisches Wissen auf moderne und ansprechende Weise einem breiten Publikum zugänglich zu machen.